Wülfrath. Finn Kruse und Jan Enthof vom MSC Bergstadt Rüthen schreiben Vereinsgeschichte. Mit einer unglaublichen Leistung dominierte der erst neunjährige Kartslalomfahrer aus Rüthen die
schnellsten Slalomfahrer aus ganz Deutschland und wurde verdient Deutscher Meister. Sein großes Vorbild Jan Enthof beendete seine motorsportliche Karriere im Kartslalom und wurde Vizemeister. Tränen
der Freude, Tränen der Enttäuschung und eine Regen- und Nervenschlacht zeichnete den Deutschen Meisterschaftslauf in Wülfrath aus. Die Nervosität war nicht nur den beiden Fahrern vom MSC Bergstadt
Rüthen e.V. im ADAC anzumerken. Auch bei MSC Trainerin Beate Enthof sowie das gesamte Betreuerteam und den mitgereisten Clubmitglieder lagen die Nerven förmlich blank. Am vergangenen
Wochenende trafen sich im Nordrheinwestfälischen Wülfrath die schnellsten Kartslalomfahrer aus allen Bundesländern. Alle Fahrer mussten sich über die zahlreichen Vor- und Endläufe qualifizieren, so
dass nur noch die schnellsten aus jedem Bundesland übrig blieben. Für Finn Kruse begann es am Samstag sehr gut. Mit sehr schnellen Zeiten führte er die Klasse 1 deutlich an. Doch dann machte eine
Schiedsgerichtentscheidung den gesamten Renntag noch mal spannend. Aufgrund der Witterungsveränderung entschied man sich das Sportgerät mit Regenreifen auszustatten. Alle Fahrzeiten bis dahin wurden
annulliert und alle Fahrer mussten ihren zweiten Wertungslauf wiederholen. Da Finn einen fehlerfreien Lauf bereits für sich verbuchen konnte, kam die Entscheidung von Schiedsgericht für ihn extrem
ungünstig. Doch Finn bewies absolute Nervenstärke und fuhr wieder einen fehlerfreien Lauf und setzte sich erneut an die Spitze des Feldes. Auch Jan Enthof dominierte am Samstag das gesamte
Teilnehmerfeld in seiner Klasse. Mit einem Vorsprung von 0,5 Sek. setzte er sich bei einer wahren Regenschlacht an die Spitze des Feldes. Am Sonntag wurden dann die nächsten zwei Wertungsläufe
ausgetragen. Mit einem unglaublichen Vorsprung von 1,09 Sek. musste Finn Kruse als erstplatzierter vom Vortag als letzter Teilnehmer in seiner Klasse an den Start gehen. Hochkonzentriert und nicht
mehr ansprechbar nahm der erst neunjährige im Kart platz, stellte den Sitz ein, schloss das Visier und fixierte sich auf die vorgegebene Strecke. Als die Startampel auf grün umschaltete,
katapultierte Finn das Kart durch die Aufgabenstellung. Bange Blicke kamen von der Betreuerbank zu den eingesetzten Streckenposten, die ihm aber eine fehlerfreie Fahrt dokumentierte. Auch im
alles entscheidenden vierten Wertungslauf zeigte das junge Nachwuchstalent Nervenstärke. Fehlerfrei und super schnell, deklassierte er alle Fahrer aus Deutschland und wurde mehr als verdient
Deutscher Meister. Ein nicht enden wollender Applaus, Erleichterung und Tränen des Glückes krönten ihn als verdienten Deutschen Meister. In der Klasse 5 beendete Jan Enthof seine Karriere im
Kart. Als mehrfacher Westfalenmeister hatte er schon vor dem Renntag die Favoritenrolle in der Tasche. Doch Talent und Ergeiz reicht nicht bei einer Deutschen Meisterschaft. Als führender vom
Samstagsrennen musste auch Jan wie sein Vereinskollege Finn am Ende des Starterfeldes starten. In völliger Gelassenheit verfolgte er die Läufe seiner Konkurrenten. Doch der Vorsprung vom Samstag
sollte schmelzen. Vor dem alles entscheidenden vierten und letzten Wertungslauf schmolz der Vorsprung auf nur noch zwei Hundertstel Sekunden. Wechselnde Witterungsverhältnisse ließen keinerlei
Taktiken mehr gelten. Jan musste alles auf eine Karte setzten. Alle Zuschauer blickten nun auf Jan Enthof. Plötzliche Stille unter den Zuschauern. Man hörte nur noch das Kart im Standgas laufen.
Unter allen Zuschauern und Betreuern machte sich eine nervenzerreissende Anspannung breit. Jan selbst zeigte keine Emotion. Selbst der Streckenmoderator fand vor lauter Spannung keine Worte mehr. Als
der Motor aufheulte und Startampel auf grün umschaltete verfolgten alle Zuschauer, Trainer und Teilnehmer Jan Enthofs letzten Wertungslauf im Kart. Als die schwierigsten und schnellsten
Passagen überstanden waren, machte sich bei den Betreuern und Clubmitgliedern schon fast eine Erleichterung breit, doch diese wurden schlagartig in eine Schockstarre versetzt. Bei extrem hoher
Geschwindigkeit versetzte das Kart um ca. drei Zentimeter und touchierte eine Pylone die zwei Strafsekunden mit sich zogen. Entsetzen, Stille und Tränen der Enttäuschung machte sich im Lager des MSC
Bergstadt Rüthen breit. Minutenlang konnten sie nicht realisieren was da geschehen war. Das Ziel Deutscher Meister war zum greifen nah. Aus der Traum vom mehr als verdienten Titel. Enthof stieg aus
dem Kart aus und zeigte seine wahre Stärke in dem er seinem Konkurrenten aus Bayern zum Sieg gratulierte. Mister „Nervenstärke“ beendete seine Karriere als zweitschnellster Kartfahrer aus
Deutschland. „Die erzielten Erfolge, Pokale, die wunderschönen Rennen und die tolle Gemeinschaft im MSC Bergstadt Rüthen werden als ständiger Begleiter in meinem weiteren Leben bleiben“, sagte Jan
Enthof bei der anschließenden Pressekonferenz. Der MSC Bergstadt Rüthen krönte seine Kartslalom Saison nicht nur als Mannschaftssieger. Ein Erfolg der aber nicht von ungefähr kommt. Optimale
Trainingsvoraussetzungen mit dem Fahrsicherheitszentrum Kaiserkuhle, vorbildliche Vorstands- und Jugendarbeit sowie engagierte Trainer rundeten die Kartslalomsaison als erfolgreichste Saison in der
Vereinsgeschichte des MSC Bergstadt Rüthen ab.
Jugendgruppe des Kart-Slaloms
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